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Books

Cover
Winckler, Nicolaus
Augsburg
1582
Titel

Bedencken Von Künfftiger verenderung Weltlicher Policey vnd Ende der Welt : auß heyliger Göttlicher Schrifft vnnd Patribus, auch auß dem Lauff der Natur des 83. biß auff das 88. vnd 89. Jars 

Bemerkung

Die Tragödie des Doktor Faustus

Bilder
SF-Referenz

MM00270

RFID

270

RFID-Status

zugewiesen

Buch-ID

632

Erstellt

15.08.2019

Letzte Änderung

24.01.2021

Änderung durch

jconzett

Text Jürg

Lessing und der Fauststoff — das scheint auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen. Lessing, der das Streben nach Wahrheit und Erkenntnis zeit seines Lebens für den höchsten Trieb im Menschen hält, der nach dem vernünftigen Kern der Religion fragt und für den die historischen (»positiven«) Religionen nur vorläufig sind, der insbesondere die »ewige Verdammung« des Sünders bestreitet (Leibnitz von den ewigen Strafen) — was konnte Lessing an einem Stoff finden, der den Interessen des Aufklärers geradezu entgegengesetzt zu sein scheint? Fausts »Wissensdrang« wird im Volksbuch als Frevel wider die göttliche Ordnung gewertet, als der verdammungswürdige Versuch, hinter die Geheimnisse Gottes zu gelangen. Faust ist der Sünde der superbia anheimgefallen. Zugleich erscheint der Erkenntnishunger mit dem Streben nach Macht und sinnlichem Genuss verbunden, mit der grenzenlosen Befriedigung »niedriger« Begierden.

Wie lässt sich erklären, dass sich Lessing und andere immer wieder mit diesem Stoff beschäftigen? Siehe Lessing-Handbuch von Monika Fick.